Besuch auf dem jüdischen Friedhof in Barnstorf

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Besuch auf dem jüdischen Friedhof in Barnstorf

Die Schändung des jüdischen Friedhofs

 

Anlässlich des NSDAP-Balles im Jahre 1932 wurden zwei Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof geschändet. Die Täter konnten nicht ermittelt werden. Im Jahr 1936 fand auf dem jüdischen Friedhof das letzte jüdische Begräbnis statt, begraben wurde Moritz Wesermann. Viele denken, dass dieser Friedhof noch so ist, wie er immer existiert hat. Dies ist aber nicht richtig. Der eigentliche Friedhof war größer, blieb aber nicht erhalten. Der heutige Friedhof ist der ehemalige Garten von Betty und Abraham Ahrons. Sie spendeten ihren Garten, um den Friedhof zu vergrößern. Die Witwe Julie Wesermann wurde damals aufgefordert, die Steine und die Einfriedungen des alten jüdischen Friedhofes zu entfernen. Ein Grabstein wurde später wieder gefunden. Nach einem Brand im Haus Weizenkamp 3-5 fand man diesen jüdischen Grabstein im Fundament. Der Stein war vom Grab Abraham Wesermanns, der 1896 verstorben war. Dieser Grabstein wurde vermutlich zur besseren Fundamentierung eingebaut, steht aber heute wieder auf dem Friedhof. Heute steht ebenfalls ein Gedenkstein auf dem jüdischen Friedhof in Barnstorf, der an zehn russische Kriegsgefangene erinnert, die dort begraben sein sollen. Ob dieser aufgestellt werden sollte, stand lange in Frage. Ein Gedenkstein und ein Begräbnis für nicht-jüdische Menschen auf einem jüdischen Friedhof sind eigentlich im Judentum verboten. Der Stein wurde dennoch aufgestellt.

2010 wurde das Friedhofstor vom Landesverband Jüdischer Gemeinden Niedersachsens erneuert.

Kristina Kruse

   
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