Einfach selbstverständlich!

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Einfach selbstverständlich!

Die Situation, in der die Franks damals in ihrem Versteck lebten, war sicher schwer und manchmal unerträglich. Sie hätten diese Situation nicht noch beschwerlicher machen müssen, indem sie die Familie von Pels und zuletzt noch Fritz Pfeffer mit aufnahmen.
Die Wahrscheinlichkeit dadurch gefunden zu werden, erhöhte sich. Durch die übermäßige Personenzahl auf so einer kleinen Wohnfläche war das Untertauchen von Anfang an eigentlich zum Scheitern verurteilt. Und dennoch versuchten sie es.
Das finde ich sehr mutig. Als dann Fritz Pfeffer noch hinzukam, kann man es sich gut vorstellen, wie sich Stress und damit Streit verschärften. Vielleicht hat sie gerade diese angespannte Situation verraten.
Es ehrt die Familie Frank sehr, dass sie sich auch im Versteck für andere Verfolgte eingesetzt haben. Sie haben diese Hilfsbereitschaft und ihren Ehrenmut mit dem Leben bezahlt.

Aber hatten Sie eine andere Wahl?
Hätte nicht jeder so bereitwillig helfen sollen, wie sie es getan haben?
Ist Hilfe nicht immer ein Risiko, das eingegangen werden muss?

Miep Gies sagte Otto Frank sofort und ohne Nachdenken und Einschränkung volle Unterstützung und Hilfe für die Untergetauchten zu. Auf die Frage, ob sie da überlegt hätte, verneinte sie. Sie fände das selbstverständlich.

Sollten wir uns nicht ebenso unbefangen für andere einsetzen?
Einfach selbstverständlich?

Mathis Eilers

   
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